Gesund Reiten

“Es geht darum, besser und besser zu verstehen, was wir dem Pferd erklären wollen.”
Dieses Zitat von Bent Branderup beschreibt das Wesentliche meines Unterrichts. Erst muss der Reiter verstehen, was er zu tun hat, damit er dem Pferd helfen kann, das zu tun, was der Reiter möchte. Hat der Reiter keine Vorstellung davon, was genau er erreichen will und wie er das seinem Pferd verständlich machen kann, ist es immer nur Glücksache, ob ihm dies gelingt.

Idealerweise will der Reiter auch nur das, was dem Pferd gut tut. So merkt das Pferd, dass der Mensch ihm etwas Gutes tun will und es wird motiviert mitarbeiten.

Um gut reiten zu können, muss man vielleicht nicht jeden einzelnen Muskel kennen. Aber ein gewisses Maß an Theorie ist durchaus hilfreich, um beurteilen zu können, was dem Pferd nun gut tut und was nicht.

 

Ich selbst bin ein Theorie-Enthusiast und würde am liebsten wissen, wie alles auf kleinster Ebene funktioniert. Dabei hilft mir meine über 25 jährige Pferde- und Reiterfahrung und mein Biologiestudium. Weiterhin verschlinge ich jedes Fachbuch, das mir weiterhelfen könnte, noch besser zu verstehen, wie ein Pferd psychisch und physisch "funktioniert".

Pferde sind von Natur aus nicht dazu gemacht schwere Lasten zu tragen. Aber sie können es lernen. Dieser Lernvorgang und der dazugehörige Aufbau der Muskulatur dauert aber nicht Wochen oder Monate, sondern Jahre. Setzt sich ein Reiter auf ein Pferd wird der Rücken mitsamt dem Brustkorb nach unten gedrückt. Das Pferd spannt darauf hin meist seine Muskeln an und verspannt sich oder lässt den Rücken hängen. Es muss also lernen die Wirbelsäule aufzuwölben und den Brustkorb wieder zu heben ohne dass die Muskeln verspannen. Die Muskulatur hat den richtigen Zustand, wenn sich die Muskeln rhythmisch an- und abspannen können. Ist dies nicht der Fall verspannen sich die Muskeln in einem Teufelskreis dauerhaft. Diese dauerhafte Spannung führt zu einer verminderten Durchblutung, dadurch wird der Muskel nicht mehr richtig ernährt und Abbaustoffe werden nicht mehr abtransportiert. Es können Schmerzen und Blockaden entstehen. Die Funktion des Muskels ist eingeschränkt und er fängt an sich abzubauen. Da Muskeln über Sehnen an Knochen ansetzten, werden auch die Sehnen durch den Dauerzug strapaziert. Die Muskulatur verliert ihre Stoßdämpferfunktion und damit wirken die Auffuß-Kräfte ungedämpft auf Gelenke und Bänder. Lernt das gerittene Pferd nicht einen Reiter richtig zu tragen, drohen langfristig Schäden, die dazu führen dass ein Pferd Schmerzen erleidet und nicht mehr geritten werden kann.