Über die natürliche Schiefe wird viel geschrieben. Tatsächlich ist aber nur sehr wenig erforscht und das meiste ist aus der Beobachtung und der Erfahrung von Reitern abgeleitet. Da die natürliche Schiefe aber möglicherweise schon durch die Anwesenheit eines Menschen beeinflusst wird, erklären sich die vielen verschiedenen Erklärungsversuche. Eine Hypothese zur natürlichen Schiefe von Thomas Haag, finde ich besonders überzeugend und konnte dies, zumindest bei vielen Islandpferden, feststellen.

Die meisten Pferde sind rechtshohl (etwa 70%). Das bedeutet die Muskulatur der rechten Seite ist verkürzt, der Rumpf nach rechts gebogen und meist fällt auch die Mähne auf die rechte Seite. Der Unterkiefer ist nach rechts verschoben, das Genick rechts gestellt. Meist zeigt der Hals aber nach links. Die Dornfortsätze der Wirbelsäule, besonders im Bereich des Widerristes, sind nach rechts rotiert, wodurch sich der Brustkorb nach links verschiebt und das Pferd den Reiter links nicht sitzen lässt. Die linke Schulter wird beim Abfußen nach oben "gezogen"  und häufig entsteht eine sogenannte "Galopprolle", die rechte Schulter muss den Brustkorb mehr stützen, dadurch wird das rechte Bein mehr belastet und bleibt länger am Boden. Das linke Hinterbein tritt meist am Schwerpunkt vorbei und kann sich weniger beugen, wodurch die linke Hüfte höher erscheinen kann. Das rechte Hinterbein steht etwas weiter vorne, da die rechte Hüfte weiter vorne ist. Allerdings macht das Bein einen kürzeren Schritt in Richtung Schwerpunkt. Links scheint das Pferd traverseartig zu gehen, schiebt aber nur die Kruppe nach innen. Eine ähnliches Bild beschreibt Christine Sander. 

Sobald der Mensch mit dem Pferd interagiert, kann sich die Schiefe verändern. Aber auch Blockaden, Fehlstellungen und Unfälle können sich auf die Schiefe auswirken und so zu einem abweichenden Bild führen.

Mehr zum Thema können Sie im Vortrag "Natürliche Schiefe" erfahren...